SAP-Archivierung vor RISE with SAP: So senken Sie Migrationskosten
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Wer vor der RISE-Migration archiviert, migriert schneller, günstiger und mit weniger Risiko. Trotzdem starten viele Unternehmen ihre S/4HANA-Transformation ohne vorherige Datenbereinigung – und zahlen dafür dauerhaft.
SAP-Archivierung vor einer RISE-with-SAP-Migration reduziert das zu migrierende Datenvolumen um 20 bis 40 Prozent. Das verkürzt Migrationszeiten, senkt Projektkosten und verringert die allokierte Kapazität im RISE-Vertrag – mit direkter Auswirkung auf die laufenden Betriebskosten. Unternehmen, die vor der Migration archivieren, sparen typischerweise im sechs-stelligen Bereich über die Vertragslaufzeit.

Warum RISE-Migrationen so datengetrieben sind
Bei RISE with SAP übernimmt SAP den Betrieb der S/4HANA-Umgebung in der Cloud. Unternehmen zahlen nach allokierter Kapazität: je mehr Datenvolumen, desto höher die laufenden Kosten. Anders als bei On-Premise-Systemen, wo zusätzliche Festplatten vergleichsweise günstig sind, kann sich bei SAP RISE jedes Gigabyte direkt anhand des Vertrages niederschlagen.
Gleichzeitig bestimmt das SAP Datenvolumen die Migrationsparameter: Dauer der Downtime, Komplexität der Transformation, Aufwand für Tests und Validierung. Laut SAP Community wollen 75 Prozent der befragten Unternehmen bis 2027 zumindest auf eine hybride Systemlandschaft umstellen. Der Zeitdruck ist real, die Datenmengen wachsen weiter.
Die Kernfrage lautet: Müssen wirklich alle Daten mit in die neue Welt? In den meisten Fällen lautet die Antwort: nein. Historische Belege, abgeschlossene Geschäftsjahre und inaktive Bewegungsdaten haben in der produktiven S/4HANA-Cloud-Umgebung nichts verloren.
Was passiert, wenn Sie ohne Archivierung migrieren?
Viele Unternehmen migrieren ihren gesamten Datenbestand eins zu eins in die SAP RISE-Umgebung. Die Folgen sind vorhersehbar und teuer:
Die Downtime-Fenster werden länger, weil mehr Datenvolumen konvertiert und transferiert werden muss.
Die allokierte Kapazität im definierten RISE-Vertrag fällt höher aus als nötig, mit jährlichen Mehrkosten über die gesamte Vertragslaufzeit.
Tests und Validierungen dauern länger, weil mehr Datenobjekte geprüft werden müssen.
Die Systemperformance nach Go-Live leidet, weil historische Daten Indizes und Tabellen aufblähen.
Ein späteres Aufräumen in der Cloud ist technisch komplexer und organisatorisch aufwendiger als im Quellsystem.
Der häufigste Grund für dieses Vorgehen: Zeitmangel. Die SAP Archivierung wird als zusätzliches Projekt wahrgenommen, das den Migrationszeitplan gefährdet. In der Praxis verhält es sich umgekehrt: SAP Archivierung vor der Migration beschleunigt die Migration.
Die drei Migrationspfade und die Rolle der Archivierung
Je nach Ausgangslage wählen Unternehmen einen von drei Migrationspfaden nach RISE with SAP. Bei jedem Pfad spielt die Archivierung eine entscheidende Rolle:
Migrationspfad | Beschreibung | Archivierung vorher | Effekt |
System Conversion (Brownfield) | Bestehendes System wird in S/4HANA konvertiert, Daten bleiben erhalten. | Historische Daten vor Konvertierung archivieren, Downtime drastisch verkürzen. | 20–40 % weniger Migrationsvolumen, kürzere Downtime, niedrigere SAP RISE-Kapazität notwendig. |
New Implementation (Greenfield) | Neues S/4HANA-System, nur selektive Daten werden übernommen. | Altdaten im Quellsystem archivieren und für späteren Zugriff sichern (z.B. mit SAP ILM oder andere Lösungen). | Sauberer Start, historische Daten bleiben über ein separates Archiv verfügbar. |
Selective Data Transition | Kombination: neues SAP System mit gezielter Datenübernahme. | SAP Archivierung definiert, welche Daten migriert werden und welche im Archiv bleiben. | Maximale Kontrolle über Kosten und Datenqualität. |
Konkrete Einsparungen: Was die SAP Archivierung bei SAP RISE bringt
Die Einsparungen durch eine vorgelagerte Archivierung wirken auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
Migrationskosten
Weniger SAP Datenvolumen bedeutet kürzere Projektlaufzeiten. Die Downtime bei einer System Conversion verkürzt sich proportional zum reduzierten Volumen. Bei einer Reduktion von 2 TB auf 1,3 TB kann das den Unterschied zwischen einem verloren Wochenende und einem Cutover innerhalb weniger Stunden ausmachen.
Laufende RISE-Kosten
Die allokierte Kapazität im RISE-Vertrag wird typischerweise für fünf Jahre festgelegt. Jedes Gigabyte, das vor der Migration archiviert wird, spart über diese Laufzeit kumuliert. Bei einer Reduktion von 700 GB und einem durchschnittlichen Gigabyte-Preis im RISE-Modell summieren sich die Einsparungen schnell auf einen sechsstelligen Betrag.
Projektrisiko
Ein schlankeres Quellsystem reduziert die Komplexität bei der Datentransformation, der Validierung und beim Testen. Weniger Daten bedeuten weniger potenzielle Fehlerquellen. Das Projektrisiko sinkt messbar.
Der richtige Zeitpunkt: Wann archivieren?
Die SAP Archivierung sollte idealerweise sechs bis zwölf Monate vor dem geplanten Migrationsstart beginnen. Das gibt ausreichend Zeit für die Analyse, Pilotierung und den produktiven Archivlauf, ohne den Migrationszeitplan zu gefährden.
Phase | Aktivität & Dauer |
Analyse (1–4 Wochen) | Datenvolumen analysieren, archivierungsfähige Objekte identifizieren, Einsparpotenzial berechnen, Roadmap erstellen. |
Pilotierung (4–6 Wochen) | Archivierung ausgewählter Objekte im Testsystem, Validierung der Ergebnisse, Feintuning der Parameter. |
Produktiv-Archivierung (2–4 Monate) | Schrittweise Archivierung im Produktivsystem, Monitoring, Dokumentation, Quality Gates vor Migrationsstart. |
Bei einem SAP Archive Managed Service Ansatz übernimmt der Dienstleister die Planung und Durchführung. Das interne SAP-Team bleibt frei für die Migrationsvorbereitung.
Welche Archivierungstechnologie für SAP RISE?
Für RISE with SAP empfiehlt SAP die Kombination aus SAP ILM (Information Lifecycle Management) und einem CMIS-kompatiblen Archivspeicher. CMIS steht für Content Management Interoperability Services und ist der Standard für die Anbindung externer Ablagesysteme in S/4HANA Cloud.
Die klassische Archivierung über SARA und ArchiveLink funktioniert im On-Premise-Quellsystem und eignet sich hervorragend für die Archivierung vor der Migration. Nach der Migration in die RISE-Umgebung kann die SAP Archivierung dann über SAP ILM mit CMIS-Anbindung weiterlaufen, aber auch ArchiveLink ist weiterhin möglich.
Wichtig: Die SAP Archivierung vor der Migration im Quellsystem und die laufende SAP Archivierung in der RISE-Zielumgebung können unterschiedliche technische Ansätze erfordern. Ein durchgängiger Archivierungspartner, der beide Welten kennt, spart hier erheblichen Abstimmungsaufwand.
Unsere Empfehlung
Wenn Sie eine SAP RISE-Migration planen oder bereits gestartet haben: Lassen Sie vor dem Point of no Return eine SAP Archivierungsanalyse durchführen. In wenigen Stunden oder Tagen steht fest, wie viel SAP Datenbankvolumen Sie reduzieren können, wie sich das auf Migrationszeit und der RISE-Vertrag auswirkt und welche Schritte dafür nötig sind.
Als SAP Partner begleiten wir Unternehmen mit unserem SAP Archive Managed Service durch beide Phasen: die SAP Archivierung vor der Migration im Quellsystem und den laufenden Archivbetrieb in der RISE-Zielumgebung. Das Ergebnis ist eine Migration mit weniger Daten, weniger Risiko und deutlich weniger Kosten.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Datenvolumen lässt sich vor einer SAP RISE-Migration archivieren?
In der Praxis liegen die Reduktionen bei 20 bis 40 Prozent des Gesamtvolumens. Bei Unternehmen mit langer SAP-Historie und vielen abgeschlossenen Geschäftsjahren kann der Wert höher ausfallen. Eine Analyse liefert innerhalb weniger Stunden ein konkretes Ergebnis.
Verzögert die SAP Archivierung den Migrationszeitplan?
Nein, im Gegenteil. Die Archivierung läuft parallel zur Migrationsvorbereitung und verkürzt die eigentliche Migration durch weniger Datenvolumen. Bei einem SAP Archive Managed Service Ansatz bleibt das interne Team vollständig frei für die Migrationsvorbereitung.
Was passiert mit archivierten Daten nach der Migration?
Archivierte SAP Daten bleiben vollständig erhalten und lesbar. Der Zugriff erfolgt über das SAP Archivsystem, unabhängig davon, ob das Quellsystem noch existiert.
Funktioniert SAP ILM in RISE with SAP?
Ja. SAP ILM ist die empfohlene Archivierungsmethode für S/4HANA Cloud und SAP RISE. Die Anbindung des SAP Archivspeichers erfolgt über ArchiveLink, WebDav oder CMIS (Content Management Interoperability Services), den Standard für reine Cloud-basierte Archivsysteme.
Wie wirkt sich die Archivierung auf den RISE-Vertrag aus?
Die allokierte Kapazität im RISE-Vertrag orientiert sich am SAP Datenvolumen. Weniger Daten bedeuten eine niedrigere Kapazitätsstufe und damit geringere jährliche Kosten. Bei einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren summiert sich die Einsparung erheblich.




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