SAP Solution Manager: Wartungsende 2027 und der Weg zu SAP Cloud ALM Teil 1/3
Aktualisiert: vor 21 Stunden
Viele SAP-Organisationen zögern den Umstieg von SAP Solution Manager auf SAP Cloud ALM hinaus, weil sie ihn für ein aufwendiges Großprojekt halten. Gleichzeitig rückt ein reales Datum näher, ab dem der bisherige Support entfällt.
Kurz gesagt: Die Mainstream-Wartung für SAP Solution Manager 7.2 endet am 31. Dezember 2027. Der Umstieg auf SAP Cloud ALM ist für berechtigte SAP-Kunden ohne zusätzliche Lizenzkosten möglich, ein Tenant ist in Minuten provisioniert, und der Betriebsteil lässt sich innerhalb weniger Personentage einrichten, deutlich schneller als bei einem klassischen Großprojekt.

SAP Solution Manager läuft aus, SAP Cloud ALM übernimmt
SAP Cloud ALM ist die Nachfolgeplattform für das Application Lifecycle Management, die SAP Solution Manager schrittweise ablöst. Mit dem Wartungsende für SAP Solution Manager 7.2 Ende 2027 verliert die bisherige Plattform ihren regulären Support. Ein verbreiteter Irrglaube lautet, dass bis 2030 Zeit bleibt. Tatsächlich ist die Extended Maintenance bis Ende 2030 an die Extended Maintenance für SAP Business Suite 7 gekoppelt und steht damit nicht jedem Unternehmen offen. Wer keine Extended Maintenance für SAP Business Suite 7 bezieht, wechselt nach 2027 für nicht abgedeckte Funktionen des Solution Managers direkt in die Customer-Specific Maintenance mit reduziertem Leistungsumfang.
Hinzu kommt ein praktischer Nebeneffekt: Bei vielen Unternehmen ist der Solution Manager das letzte System mit AS-Java-Stack. Der Umstieg auf SAP Cloud ALM entfernt diese Altlast, für die intern häufig ohnehin kaum noch Know-how vorhanden ist.
Betroffen sind SAP-Basis, IT-Leitung und hybride Landschaften
Betroffen sind alle Unternehmen, die SAP Solution Manager für Monitoring, Transportmanagement oder Application-Lifecycle-Aufgaben einsetzen, unabhängig davon, ob sie bereits auf SAP S/4HANA® migriert sind oder noch mit SAP ECC arbeiten. Die Frist betrifft insbesondere:
Was ist mit Focused Build?
SAP-Basis-Teams, die den laufenden Betrieb des Solution Managers verantworten
IT-Leitung und CIO, für die der Zeitpunkt der Migration eine Governance-Frage ist, keine reine Basis-Angelegenheit
Unternehmen mit hybriden Landschaften aus On-Premise-Systemen und Cloud-Services, für die der Solution Manager die Cloud-Seite ohnehin nicht abdeckt
Drei Aufwandsirrtümer und ihre Folgen für Unternehmen
Der eigentliche Grund für das Zögern liegt selten in der Technik, sondern in drei Annahmen, die sich in der Praxis regelmäßig als falsch erweisen.
Erstens die Kosten. SAP Cloud ALM steht berechtigten SAP-Kunden ohne zusätzliche Lizenzkosten zur Verfügung. Die Berechtigung lässt sich in SAP for Me in wenigen Klicks prüfen. Ein erheblicher Teil der Unternehmen weiß das nicht und kalkuliert intern mit einem Budget, das gar nicht anfällt.
Zweitens die Speichergrenze. SAP hat die Base Memory im Rahmen der Fair-Use-Regelung auf 24 GB angehoben. In der Praxis wird dieser Rahmen kaum ausgereizt: Ein Unternehmen mit rund 18 angebundenen Landschaften und breitem Cloud-Service-Portfolio bewegt sich bei etwa 6 GB HANA-Memory, ohne dass am Housekeeping gearbeitet wurde. Das ist ein Viertel der Fair-Use-Grenze.
Drittens der Aufwand. Der Tenant ist in weniger als einer Stunde provisioniert, das Anbinden einzelner Systeme dauert ebenfalls nur wenige Stunden, eine Agenten-Ausrollung wie beim Solution Manager entfällt vollständig. Der bestehende Betrieb läuft parallel weiter, SAP Cloud ALM greift nicht in laufende Prozesse ein. Die Migration erfolgt schrittweise: zunächst Entwicklungs- und Testsysteme, dann die Produktion, mit fortlaufendem Vergleich im Monitoring.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Entscheidung über den Umstieg fällt meist auf Teamleitungsebene, nicht im Investitionsausschuss. Wer frühzeitig beginnt, entscheidet in Ruhe, welche Funktionen des Solution Managers überhaupt noch benötigt werden, statt sie unter Zeitdruck kurz vor 2027 nachzubauen.
Fazit
Die Frist für SAP Solution Manager 7.2 ist real, der Aufwand für den Umstieg auf SAP Cloud ALM jedoch kalkulierbar und deutlich geringer als vielfach angenommen. Wer den Wechsel frühzeitig plant, vermeidet Zeitdruck und behält die Kontrolle über den eigenen Migrationspfad.
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Fragen und Antworten
1. Wann endet die Wartung für den SAP Solution Manager 7.2?
Die Mainstream-Wartung endet am 31. Dezember 2027. SAP empfiehlt allen Kunden, den Übergang zu SAP Cloud ALM vor diesem Datum abzuschließen.
2. Stimmt es, dass wir bis 2030 Zeit haben?
Nein, nicht pauschal. Die Extended Maintenance bis Ende 2030 ist an die Extended Maintenance für SAP Business Suite 7 gekoppelt und steht damit nicht jedem Kunden offen. Wer keine Extended Maintenance für SAP Business Suite 7 bezieht, wechselt nach 2027 für nicht abgedeckte Solution-Manager-Funktionen in die Customer-Specific Maintenance. Die Frist hängt am ECC-Status des Unternehmens, nicht an einer allgemeinen Roadmap-Angabe.
3. Was kostet SAP Cloud ALM?
SAP Cloud ALM steht berechtigten SAP-Kunden ohne zusätzliche Lizenzkosten zur Verfügung. Die Berechtigung lässt sich in SAP for Me in wenigen Klicks prüfen. Ein erheblicher Teil der Kunden weiß das nicht und kalkuliert mit einem Budget, das gar nicht anfällt.
4. Reicht der Speicher von SAP Cloud ALM für eine große Landschaft?
SAP hat die Base Memory im Rahmen der Fair-Use-Regelung auf 24 GB angehoben. In der Praxis wird dieser Rahmen kaum ausgereizt: Ein Kunde mit rund 18 angebundenen Landschaften und breitem Cloud-Service-Portfolio liegt bei etwa 6 GB HANA-Memory, ohne am Housekeeping gedreht zu haben. Das ist ein Viertel der Fair-Use-Grenze.
5. Wie lange dauert die Einführung von SAP Cloud ALM?
Der Tenant ist in Minuten provisioniert, das Anbinden einzelner Systeme dauert Stunden. Der Operations-Teil ist technisch innerhalb von rund zwei Personentagen eingerichtet. Wird die Implementation, also zentrales Transportmanagement, in SAP Cloud ALM neu begonnen, sind es rund drei Personentage für die technische Einrichtung. Muss ein bestehendes zentrales Transportmanagement aus dem Solution Manager migriert werden, ist der Aufwand zu individuell für eine pauschale Angabe.
6. Muss für SAP Cloud ALM ein Agent ausgerollt werden?
Nein. Eine Agenten-Ausrollung wie beim Solution Manager entfällt vollständig. Der bestehende Betrieb läuft parallel weiter, SAP Cloud ALM greift nicht in laufende Prozesse ein.
7. Was kann SAP Cloud ALM, was der SAP Solution Manager nie konnte?
SAP Cloud ALM überwacht Cloud-Services und On-Premise-Systeme in einer Oberfläche, einschließlich Zertifikaten und API-Keys, etwa für den SAP Cloud Connector und die Integration Suite. Diese Cloud-Seite deckte der Solution Manager nicht ab, und genau dort wachsen die Landschaften.
8. Was ist ein stiller Ausfall durch abgelaufene API-Keys?
Abgelaufene API-Keys eines Subaccounts sind ein klassischer stiller Ausfall: Nichts stürzt ab, nichts alarmiert, die Schnittstelle liefert einfach nicht mehr. Auffällig wird das, wenn die Fachabteilung anruft. SAP Cloud ALM warnt konfigurierbar vor, beispielsweise 90 Tage vor Ablauf, mit einer kritischen Erinnerung 30 Tage davor.
9. Wohin meldet SAP Cloud ALM seine Alarme?
Die Alarmierung geht dorthin, wo gearbeitet wird: in den Teams-Kanal, nach Jira oder ServiceNow, statt in ein Postfach, das ohnehin überläuft.
10. Wie hilft SAP Cloud ALM bei Compliance und Audit?
SAP Cloud ALM prüft Systeme automatisiert gegen SAP Security Recommendations und Security Baselines und schreibt den Compliance-Status laufend fort, statt ihn einmal jährlich vor dem Audit zu erheben. Eigene Unternehmensrichtlinien lassen sich zunehmend über Custom Checks abbilden. Nachweise für die Systeme im Prüfungssample lassen sich gezielt ausleiten. Ein typischer Findings-Fall: Die Systemänderbarkeit wurde für einen berechtigten Change geöffnet und danach nicht wieder geschlossen. SAP Cloud ALM kann darauf alarmieren, bevor der Prüfer es findet.
11. Ist SAP Cloud ALM ein Single Point of Failure?
Nein. SAP Cloud ALM ist eine Orchestrierungsschicht. Fällt der Service aus, bleiben Transporte über das TMS manuell möglich, anders als bei ChaRM oder Focused Build. Der Umstieg ist damit steuerbar und jederzeit reversibel.
12. Welche Fallstricke lohnen die Vorarbeit?
Zwei. Die Identitätsverwaltung sollte von Anfang an am produktiven IAS-Tenant hängen, sonst entstehen parallele Tenants ohne Synchronisation. Und einzelne Metriken, etwa das Filesystem-Monitoring, erzeugen ohne Vorkonfiguration vor allem Fehlalarme. Beides ist nachträglich korrigierbar, aber unnötig teuer.




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